HIV-Test

„Kann ich mich mit HIV infiziert haben?“ Diese Frage stellen sich viele Menschen, die Kontakt zur Aidshilfe aufnehmen. Zum Beispiel weil sie ungeschützten Sex hatten, weil das Kondom vielleicht abgerutscht ist oder weil eine andere Situation bestand, in der sie sich mit HIV angesteckt haben könnten.

Ein HIV-Test kann Klarheit schaffen. Wenn man tatsächlich infiziert ist, bringt es heute außerdem große gesundheitliche Vorteile mit sich, darüber Bescheid zu wissen. Eine rechtzeitige HIV-Therapie kann das Immunsystem dann vor dem Virus schützen.

Wird eine Infektion hingegen erst spät erkannt, hat das Virus dem Körper oft schon schweren Schaden zugefügt. Das lässt sich durch einen rechtzeitigen Test und eine Therapie vermeiden!

Einen HIV-Test kann man auch vollkommen anonym durchführen lassen. Mit ihm kann man sechs Wochen nach der letzten Risikosituation (beim HIV-Labortest) bzw. drei Monate nach der letzten Risikosituation (HIV-Schnelltest) eine HIV-Infektion sicher ausschließen.
(aus: www.aidshilfe.de/hiv-test)

Wie wird HIV übertragen?

HIV ist ein sehr schwer übertragbares Virus. Für eine Infektion muss eine größere Menge virushaltigen Sekrets (Blut, Sperma, Scheidensekret, Analsekret, Muttermilch) durch eine Eintrittspforte (offenen Wunden oder Schleimhaut) in den Körper gelangen und die körpereigene Abwehr überwinden. Folglich ist es nicht gefährlich, wenn solche Körperflüssigkeiten auf die intakte Haut gelangen.

In fast allen Fällen wird HIV durch ungeschützten Anal- oder Vaginalverkehr übertragen. Schon deutlich weniger Infektionen geschehen durch das Schlucken von infektiösem Sperma bei gleichzeitig vorligenden Wunden oder Entzündungen im Mund bzw. Rachen. Riskant ist auch das Spritzen von Drogen mit gebrauchten Spritzen bzw. Kanülen.

Völlig ungefährlich in Bezug auf HIV ist jedoch Küssen, Streicheln, Lecken usw. Auch alltägliche Kontakte wie Umarmen, das gemeinsame Benutzen von Geschirr, oder die Toilette bergen kein Infektionsrisiko. Körpersekrete wie Schweiß, Speichel, Urin oder Kot enthalten ebenfalls nicht ausreichend HIV für eine Übertragung.

Für eine Infektion muss der Sexualpartner selber HIV-infiziert und nicht therapiert sein. Denn die modernen HIV-Medikamente bewirken, dass sich fast keine freien Viren mehr in den Sekreten befinden (Schutz durch Therapie). Auf diese Weise ist auch Anal- oder Vaginalverkehr ohne Kondom mit einem HIV-positiven Partner möglich, und auch Kinder können auf natürlichem Wege gezeugt werden.

Man geht inzwischen davon aus, dass die meisten HIV-Infektionen von Menschen übertragen werden, die sich selber erst vor kurzem mit HIV infiziert haben und möglicherweise selber noch gar nichts von ihrer Infektion wissen. Um so wichtiger ist es, sich regelmäßig bzw. nach einem Risikokontakt testen zu lassen.

Wann macht ein HIV-Test Sinn?

Ein HIV-Test ist auf jeden Fall sinnvoll nach einem Risikokontakt, also z.B. nach ungeschütztem Anal- oder Vaginalverkehr, oder wenn das Kondom gerissen oder abgerutscht ist. Auf jeden Fall sollte man aber Ruhe bewahren: Auch nach einem echten Risikokontakt ist die Wahrscheinlichkeit, dass nichts passiert ist, immer noch deutlich höher also die einer Infektion.

Die modernen HIV-Antikörpertests können inzwischen 6 Wochen nach einem Risikokontakt eine HIV-Infektion sicher ausschließen. Das gilt für den Labortest, wie er bei Hausärzten oder bei Teststellen angeboten wird. Der HIV-Schnelltest benötigt jedoch weiterhin 12 Wochen, um dir Sicherheit zu geben.

Routinechecks

Menschen mit häufig wechselnden Sexpartner*innen wird empfohlen, sich regelmäßig auf HIV testen (also ca. alle 6-12 Monate) und gegen Hepatitis A & B impfen zu lassen. Das gilt besonders für Männer*, die Sex mit Männern* haben, da in dieser Gruppe HIV und auch alle anderen Sexuell übertragbaren Infektionen besonders häufig vorkommen. Daher wird für schwule und bisexuelle Männer auch der regelmäßige Check auf Sexuell übertragbare Infektionen empfohlen.
Die Impfungen gegen Hepatitis A & B werden laut Schutzimpfungsrichtlinie für „Personen mit einem Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko“, also Menschen mit wechselnden Sexualpartner*innen, von der Krankenkasse übernommen.
Auch der HIV-Test beim Arzt wird von der Krankenkasse übernommen, wenn es einen Risikokontakt gab oder das Sexualverhalten ein erhöhtes Risiko birgt.

„Verlobungstest“

Wer mit dem festen Partner oder der festen Partnerin das Kondom beim Sex weglassen möchte, sollte 6 bzw. 12 Wochen nach dem letzten ungeschützten Sex mit anderen einen HIV-Test zu machen. Erst wenn beide negativ getestet wurden, kann das Kondom beruhigt weggelassen werden.
Wichtig ist, dass ein eventueller ungeschützter Sexualkontakt mit anderen sofort offen angesprochen wird und wieder Kondome benutzt werden. Ein offener Umgang in der Beziehung mit dem Thema „Seitensprung“ ist sinnvoller als nicht eingehaltene Treueversprechen.

Wie schütze ich mich vor HIV?

Die Safer-Sex-Regeln sind ganz einfach:

  • Beim Analverkehr oder Vaginalverkehr schützen Kondome.
  • Beim Oralverkehr das Schlucken von Sperma oder großer Mengen Vaginalsekret vermeiden.
  • Kein Blut, Sperma oder Vaginalsekret auf Schleimhäute
  • Beim Sex mit HIV-positiven, behandelten Partner*innen schützt Schutz durch Therapie
  • Küssen, streicheln, Wichsen, Lecken und Kuscheln sind ungefährlich

Wo kann ich mich testen lassen?

Wir empfehlen, einen HIV-Test immer anonym und verbunden mit einer ausführlichen Beratung zu machen. Ein solches Angebot bieten viele AIDS-Hilfen und Gesundheitsämter an.

Testangebote in Hannover:

Natürlich können Sie einen HIV-Test auch beim Hausarzt machen. Allerdings ist dann der Test und das Ergebnis Bestandteil ihrer Krankenakte, was bei bestehender HIV-Infektion in manchen Fällen zunächst von Nachteil sein kann. Daher empfehlen wir, einen HIV-Test möglichst anonym machen zu lassen.

STI-Check

Für Männer*, die Sex mit wechselnden Männern* haben, empfehlen wir darüber hinaus einen regelmäßigen Check auf sexuell übertragbare Infektionen.
Hier gibt es STI-Check-Angebote in Hannover:

Und wenn der HIV-Test positiv ist?

Im Labortest ist immer bereits ein Bestätigungstest (Western-Blot) enthalten, beim HIV-Schnelltest wird dieser bei einem reaktiven Ergebnis anhand einer venösen Blutprobe nachgeholt. Allerdings stellen sich diese Ergebnisse nur sehr selten als „falsch positiv“ heraus.

Wenn der HIV-Antikörper-Test „reaktiv“ bzw. „positiv“ ist, wurden Antikörper gegen HIV in Ihrem Blut gefunden. Das bedeutet, dass Sie sich mit dem HIV-Virus infiziert haben.

Wichtig ist, dass Sie in diesem Fall Ruhe bewahren und sich bei seriösen Quellen über das Leben mit HIV informieren. Die Berater*innen der Hannöverschen AIDS-Hilfe e.V. vereinbaren gerne zeitnah einen Gesprächstermin mit Ihnen. Zunächste sollten Sie außer vertrauenswürdigen, engen Vertrauten auch noch niemanden über Ihre HIV-Infektion informieren.

Ein HIV-positives Testergebnis bedeutet auf jeden Fall noch lange nicht, dass Sie „AIDS“ haben, geschweige denn dass sie daran versterben werden. Heute gibt es sehr gute Medikamente gegen HIV, die die Viren sehr effektiv bekämpfen und eindämmen. Diese Medikamente sind sehr gut verträglich und garantieren eine normale Lebenserwartung bei bester Lebensqulität und normaler Arbeitsfähigkeit. Auch ein Kinderwunsch ist erfüllbar. Hier finden sie weitere Informationen zum Leben mit HIV.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Medikamente lebenslang eingenommen werden, und die HIV-Infektion rechtzeitig erkannt und ärztlich überwacht wird.
In Hannover gibt es sehr kompetente HIV-Schwerpunktpraxen:

Testberatung:

Telefon: 0511 / 360696-0

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