Frage 12: Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um drogengebrauchende und migrantisierte Sexarbeiter*innen vor Gewalt zu schützen?
Antwort des CDU-Kreisverbandes Hannover-Stadt:
Menschen mit einer Suchterkrankung sowie Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte in der Prostitution sind häufig mehrfach gefährdet: durch Gewalt, Abhängigkeiten, unsichere Wohnverhältnisse, Sprachbarrieren, fehlende Krankenversicherung, Angst vor Behörden, wirtschaftlichen Druck oder Ausbeutung durch Dritte.
Ein wirksamer Schutz beginnt mit erreichbarer Hilfe, klarer Täterverantwortung und der konsequenten Strafverfolgung von Gewalt, Menschenhandel, Zuhälterei und organisierter Ausbeutung.
Wir wollen die Zusammenarbeit bestehender aufsuchender, mehrsprachiger und möglichst auch abends oder nachts erreichbarer Hilfen verbessern. Dazu gehören vertrauliche Beratung, medizinische Versorgung, Suchthilfe, psychosoziale Unterstützung, Schutzunterkünfte, Frauenhäuser, Migrationsberatung, Rechtsberatung, Schuldnerberatung und konkrete Ausstiegshilfen.
Ausstiegsangebote sollten mit sicherem Wohnraum, Sprachförderung, beruflicher Qualifizierung und realistischen Beschäftigungsmöglichkeiten verbunden werden. Ohne eine gesicherte Unterkunft und eine wirtschaftliche Perspektive bleibt ein Ausstieg für viele Betroffene erheblich erschwert.
Ordnungsdienst, Polizei, Gesundheitsdienst, Ausländerbehörden und Sozialarbeit müssen im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten zusammenarbeiten. Polizei und Justiz müssen Menschenhandel, Zuhälterei sowie organisierte Ausbeutung konsequent verfolgen. Der Schutz vor akuter Gewalt, medizinisch notwendige Hilfe und der Zugang zur Opferberatung dürfen nicht durch vermeidbare bürokratische Hürden erschwert werden. Aufenthalts-, sozial- und strafrechtliche Fragen sind davon getrennt und rechtsstaatlich zu klären.
Ergänzend wollen wir prüfen, wo sichere öffentliche Räume, bessere Beleuchtung, bekannte Anlaufstellen, vertrauliche und – soweit rechtlich möglich – anonym nutzbare Kontaktwege sowie kurzfristige Schutzmöglichkeiten verbessert werden können.
Leitend bleibt: Betroffene schützen, Freier und Profiteure ausbeuterischer Strukturen in Verantwortung nehmen, Menschenhandel und Zuhälterei konsequent verfolgen und reale Ausstiegsperspektiven eröffnen.
Über zusätzliche Maßnahmen und ihre Finanzierung ist nach Prüfung von Bedarf, Zuständigkeit, Wirksamkeit und Haushaltslage zu entscheiden.
Antwort des CDU-Regionsverbandes Hannover:
Gewalt gegen Menschen ist niemals hinnehmbar. Die CDU setzt auf eine enge Zusammenarbeit von Polizei, Ordnungsbehörden, Beratungsstellen und sozialen Einrichtungen, um Betroffene zu schützen. Gleichzeitig müssen Menschenhandel, organisierte Kriminalität und Ausbeutung konsequent verfolgt werden. Prävention, Beratung
und Rechtsdurchsetzung gehören aus unserer Sicht untrennbar zusammen.